BandNight-Festival [Vol. 8]

03.12.2011, Luise Cultfactory


| Abstimmungsergebnis gesamt

| Fotos vom Festival (Danke an das Team der Luise)

Das BandNight-Festival [Vol. 8] stand unter dem bedeutungsschwangeren Motto „Der letzte Vorhang“. BandNight-Fans wissen natürlich, was damit gemeint war – die BandNight ist Geschichte, chronischer Zeitmangel zwang Initiator Marcus, das 5 Jahre dauernde Projekt zu beerdigen. „It´s better to burn out than to fade away“ hätte der Cobains Kurt dazu gesagt, „Entweder gscheit, oder gar ned“ der Franke. Und so sollte der letzte Vorhang – aufgehängt zum 8. Mal über der Luisen-Bühne – beim definitiv letzten BandNight-Festival fallen. Doch davor wurde mit legendärem Line Up nochmal ordentlich gerockt. Auf geht’s:

Hyrax eröffneten den Abend in der noch nicht sehr gut gefüllten Luise. Und alle, die zu dem Zeitpunkt noch nicht da waren, können sich ruhigen Gewissens in den Arsch beißen, denn sie haben nicht weniger als den besten Auftritt (mindestens) dieses Festivals verpasst. Die tierisch junge Band verhält sich von vorne bis hinten – vor dem Gig, Backstage, nach dem Gig und vor allem während dem Gig – dermaßen professionell und dabei gleichzeitig sympathisch, dass es einem schon Angst macht. Ihre Instrumente beherrschen die Jungs, als ob sie seit 10 Jahren nichts anderes machen und die Musik – grooviger, moderner Metal – reißt einen auch als Genrefremdling einfach mit. Da wundert es einen nicht mehr, dass Hyrax die NN-Rockbühne gewonnen hat und schon JBO supporten durfte. Wenn man von den Jungs in den nächsten Jahren nicht noch so richtig viel hört, fress ich ne Flying V.

Ab jetzt durften die Oldies ran: Days of Judgement betraten die BandNight-Bühne. Wieder mal. Und es wird einfach nicht langweilig, den Jungs und ihrem Rock n Metal/Metal n Roll zuzuhören und zuzusehen. Auch hier wird technisch auf höchstem Niveau gearbeitet und menschlich sind die Vier sowieso über jeden Zweifel erhaben. Ganz nebenbei sind die Jungs BandNight-Urgesteine und somit völlig zu Recht auf dem letzten Festival vertreten. Leider hat sich Days of Judgement in letzter Zeit etwas rar auf den fränkischen Bühnen gemacht, was sich hoffentlich auch mal wieder ändert. Drei Extra-Sterne gibt’s für die grandiose Setlist inklusive (Hallo??) einem Exzerpt der Mörder-Ballade „Am I sad“. Ein persönlicher Dank hierfür.

Wo wir gerade bei Urgesteinen sind: auch Oceanic sind ebensolche. Die düsteren Metaller sind mittlerweile auch schon einige Jahre auf den Bühnen der Region zuhause und begeisterten einmal mehr mit ihrer Spielfreude und ihrer technischen Finesse. Im Übrigen kann man ganz allgemein feststellen, dass das letzte Festival vor allem spieltechnisch auf einem wirklich hohen Niveau war und somit nicht nur als gelungener Abschluss der BandNight, sondern auch als eindrucksvolles Ausrufezeichen für die musikalische Qualität der Nürnberger Rockszene gewertet werden kann.

Weiter geht’s mit den Urgesteinen: Shattered Remains. Altbekannte Qualität, aber halt: neuer Sänger! Und auch der growlte, was das Zeug hält und sorgte zusammen mit dem brachialem Metalcore-Sound der Instrumentenabteilung dafür, dass die mittlerweile wirklich ordentlich gefüllte Luise mal wieder ordentlich wackelte. Auch die Jungs waren als jahrelange treue BandNight-Supporter absolut zu Recht auf dem Festival.

Habe ich schon mal „Urgesteine“ geschrieben? Oh... gut, dann schreib ich jetzt mal „Veteranen“. Das sind reload definitiv auch, denn dort sitzt ja immerhin BandNight-Chef Marcus am Schlagzeug. Und der trommelte auf dem achten Festival höchstwahrscheinlich mit der ein oder anderen Träne im Auge. Aber zu feiern gab’s ja gleichzeitig auch was: 10 Jahre reload wird 2011 begossen. Und zumindest bei dem Nürnberger Heavy Rock-Fünfer ist kein Ende in Sicht. Zum Beweis gab’s auf dem Festival gleich mal zwei neue Songs auf die Ohren.

Eingerahmt wurden die ganzen Urgesteine und Veteranen zum einen von den oben erwähnten Hyrax und vom letzten BandNight-Headliner Effloresce. Und bei den Jungs und dem Mädel wird auf hohem Niveau progressiv und hart gerockt. Progressive Metal bei einem 30 Minuten-Gig stellt man sich natürlich erstmal seltsam vor. Aber es hat funktioniert und die Festivalfans vor der Bühne würdigten die komplexen Songstrukturen mit gebührendem Applaus. Ein gelungener Abschluss.

Hallensprecher Dominik führte auch diesmal gewöhnlich ungewöhnlich durch den Abend, was wieder einmal für diverse Lacher sorgte. Und abseits der Musik wurde die Bühne diesmal natürlich auch für eine kleine marcus´sche Dankesrede nebst Präsentübergabe (ein von diversen Fans und Freunden signierter Bierkrug – der wird mal was wert!) genutzt. Nach dem musikalischen Part in der Luise ging es ab zur obligatorischen Aftershowparty in die Schleuder. Persönlich war ich da zwar nicht mehr anwesend, aber ich kann mir schon ganz gut vorstellen, wie das ganze abgelaufen ist. Und die Vorstellung gefällt mir. :-)

Und dann fiel er also, dieser letzte Vorhang. Die BandNight ist Geschichte und damit auch die Festival-Reihe. Und somit auch diese genial eigentümliche Stimmung und dieser schwer beschreibbare Vibe, der einen durchströmt, wenn man durch die Luise läuft und alle zwei Meter stehen bleibt, um sich mit all den bekannten Musikmachern und Musikhörern zu unterhalten, die alle eines verbindet: die Lust an handgemachter, ehrlicher und vor allem regionaler Rockmusik. Und all diese coolen Menschen hatten in den letzten 5 Jahren mit der BandNight einen gemeinsamen Nenner. Schön wars. Und wir alle werden es vermissen. Danke an Marcus, Marcus und Marcus und natürlich an all die Bands, Freunde und Gönner, die die BandNight in den letzten Jahren unterstützt haben!

Christian Reinl